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Meningokokken und Hirnhautentzündung

In einer Emmericher Kita ist letzte Woche ein Kleinkind an einer Hirnhautentzündung durch Meningokokken gestorben. Muss man Angst haben?

Nein, es gibt keinen Grund zur Angst, denn diese Form der Meningitis tritt zum Glück selten auf. Das Problem besteht darin, dass die Bakterien namens Meningokokken in der Bevölkerung durchaus verbreitet sind, und man nie weiß, bei welchem Kind oder Jugendlichen eine Erkrankung auslösen. Und, dass diese Krankheit, wenn sie sich im Körper einmal ausbreitet, dramatisch schnell und schwer verläuft. Die Behandlung auf der Intensivstation ist extrem und lange, und der Ausgang ungewiss.

In Deutschland und Europa haben wir es mit den Meningokokken Typen C (ein Drittel) und B (zwei Drittel) zu tun. Leider ist letztere nicht im deutschen Impf - Normalprogramm enthalten und wird dementsprechend nicht von den Krankenkassen bezahlt. Da nach bisherigem Wissensstand von der Impfung selber keine nennenswerte Gefahr ausgeht, empfehlen wir diese dennoch- es ist derzeit der einzig wirksame Schutz.

Tipps gegen kleine Viecher

Wenn der Sommer zu Ende geht, haben sich wahrscheinlich 95% aller Menschen mindestens einen Mückenstich gefangen. Und ja, es gibt Menschen, die ziehen Insekten besonders an. Und dazu gehören, sicher der dünneren Haut wegen, leider auch die Kinder. Was kann man tun?

Zunächst einmal, vermeiden. Völlig ohne Nebenwirkungen: helle weite Kleidung, nicht barfuß laufen, Moskitonetze kommen zuerst- sind aber nicht immer praktikabel. Praktikabler und sicherer, aber nicht immer unproblematisch sind Mückenabwehrmittel für die Haut, wie DEET. Sie sollten bei Kindern erst ab Schulalter eingesetzt werden. Und, da Mückenstiche zwar lästig, in unseren Breiten aber (noch) nicht gefährlich sind, bitte möglichst selten. Für Kinder ab zwei Jahren eignen sich Präparate wie Icaridin und Citriodiol. Ganz wichtig ist es, dass Sie bei allen Mitteln die Anwendungshinweise beachten (Vorsicht, Allergien!). Generell raten wir von der Anwendung von Mückenspiralen ab, diese sind zu toxisch. Übrigens hat die Stiftung Warentest im Mai 2017 einen ausführlichen Vergleichstest der sog. Repellentien veröffentlicht.

Ja, und nach dem Stich? Rötung, Quaddel und Juckreiz klingen oft nach einigen Stunden ab. Sofern man sich nicht ständig kratzt! Es gibt eine Fülle von Hausmitteln, wie Spucke, Zwiebelschale, Zitronenscheibe, Spitzwegerich, Quark, Franzbranntwein, Schüssler - Salze etc. Die Apotheker verkaufen gerne antihistaminische Salben. Alles hilft ein wenig, aber offen gesagt eigentlich nur durch den kühlenden Effekt. Wir empfehlen daher eine Kühl - Packung oder eine Windpocken - Tinktur, eventuell bei Kindern ab 2 Jahren auch ein Antihistaminikum als Saft. Eine schwere allergische Reaktion oder auch eine "Blutvergiftung" durch Mückenstiche sind übrigens absolute Raritäten. Dennoch, sollten Sie den Verdacht auf eine Komplikation haben, kommen Sie, und wir schauen uns die Haut an.

Zecken - Impfung: gibt es das ?

Nein, natürlich nicht, keine Zecke der Welt lässt sich durch eine Impfung abschrecken. Hier helfen nur (aber auch nicht so ganz gut) Repellentien, also auf die Haut aufgetragene Mittel.

Aber, wenn die Zecke nun doch gebissen hat, was kann passieren? Nun, sie kann einige Krankheiten übertragen, und zwei davon können uns durchaus gefährlich werden:

  1. Die Borreliose. Diese Krankheit können die Zecken auch in unseren Breiten übertragen. Sie zeigt sich fast immer durch eine Hautrötung um die Bissstelle, die nach einer Woche beginnt, und sich immer weiter ausbreitet. Im Spätstadium können dann mit oder ohne Fieber alle Organe im Körper erkranken. Die schlechte Nachricht: eine wirksame Impfung gibt es nach wie vor nicht. Die gute Nachricht: wird die Zecke rasch, d.h. nach spätestens 12 Stunden, wieder entfernt, wird sie diese Bakterien kaum übertragen können. Und: eine rechtzeitige antibiotische Therapie kann die Erkrankung stoppen.
  2. Die Frühsommer - Meningoencephalitis (FSME). Die Verbreitung dieser Krankheit ist auf bestimmte Gebiete, wie z.B. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Österreich und Schweiz, Osteuropa, Schweden begrenzt. ( https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_FSME.html / Karte Europa )Es handelt sich um Viren, die sowohl die Hirnhäute als auch das Gehirn selber befallen können, eine durchaus ernste Erkrankung. Die schlechte Nachricht: diese Viren können von der Zecke schon sehr kurz nach dem Biss übertragen werden. Die gute Nachricht: es gibt eine gut wirksame Impfung dagegen. > Also, immer impfen? Nein, nur dann natürlich, wenn man sich auch in den gefährdeten Gebieten und dort auch in der Natur aufhält. Und, wir geben noch einen Tipp: da die FSME bei Kleinkindern praktisch nie gefährlich wird, und die Impfung in diesem Alter oft auch nicht so gut vertragen wird, und empfehlen wir diese eher erst ab einem Alter von 6 Jahren. Ansonsten, bei Älteren, vor allem natürlich häufigerem Aufenthalt in gefährdeten Gebieten, durchaus. 

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Test Kinderbuggys

Stiftung Warentest hat im April zwölf Buggys getestet. Interessant ist wieder einmal, dass ein teurer Preis nicht unbedingt mit bester Qualität verbunden ist. Die Spanne reicht von 110 bis 400 €, wobei beide Modelle nur im durchschnittlichen Bereich landen. Den Testsieger Joie gibt es für 180 €. Unverständlich auch, dass es zwei Buggys mit hohen Schadstoff - Konzentrationen (es handelt sich hier um Produkte für Kleinkinder!) gab, diese wurden natürlich mit Mangelhaft bewertet. Den ausführlichen Test finden Sie unter www.test.de.

Guten Start in den Frühling !

Dieses Jahr war der Winter hart, und noch nicht alle haben sich von der Grippe erholt. Tipp: Kein Grund, nicht doch schon an die frische Luft zu gehen und sich zu bewegen- weniger das Wetter ist schuld an den winterlichen Erkältungen, mehr sind es die geschlossenen Räume. Es ist wohl nicht ganz einfach, sich richtig anzuziehen, denn im April gibt es, na, was wohl: April - Wetter!