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Test Autokindersitze

Im Juni - Heft der Stiftung Warentest finden Sie eine aktualisierte Test - Übersicht über die derzeit angebotenen Kindersitze für's Auto, vom Baby bis 36 Kilo Körpergewicht. Das Angebot ist groß, die meisten sind gut, aber es gibt auch mangelhafte. Preise und Ausstattungen variieren stark, zum Beispiel gibt es einen guten für 50, einen mangelhaften für 400 €. Die Entscheidung hängt aber auch von persönlichen Vorlieben ab.

Wir finden, vor einem Kauf lohnt sich, das Heft vom Kiosk für 6,10 €, zumal es hier ja auch um die Sicherheit Ihrer Kleinen geht!

Thema: Masern - ein deutliches Wort

Derzeit breiten sich in Deutschland wie auch europa- und weltweit Infektionen mit Masern aus. Leider, leider, sagen wir. Denn: nahezu 100% der Erkrankten waren nicht geimpft. Und: meist deshalb nicht geimpft, weil sich die Familien unter armen Verhältnissen keine Impfung leisten konnten. Und: weil es meist die Kinder trifft, und, je nach Region, eines von 100 bis 1000 daran stirbt. Machen Sie sich bitte bewusst: wir haben laut WHO jedes Jahr weltweit über 100.000 Todesfälle durch Masern, das sind über 270 am Tag, 11 jede Stunde. Plus Dunkelziffer, übrigens. Stellen Sie sich bitte den Aufschrei vor, wenn weltweit jeden Tag ein Flugzeug mit 270 Passagieren abstürzen würde. Was meinen Sie, was dann los wäre? Mal ehrlich, würden Sie dann noch ein Flugzeug besteigen? Aber die Menschen sterben an Masern nicht an einem Ort, nicht spektakulär, sondern langsam, über Wochen bis Monate - und das ist kaum eine Schlagzeile wert. Aber trotzdem eine große Katastrophe !

Wir geben zu, bei manchen Krankheiten kann man zu Behandlung und Impfung verschiedener Meinung sein. Bei der Masern - Impfung gilt aber nur ein eindeutiges PRO, Pe-Er-O. Diese ist sicher auch nicht ohne ein Rest - Risiko- aber garantiert über 1 Million mal sicherer, als die Infektion durchzumachen. Erlauben Sie einen Vergleich: wenn Sie am Schlossturm in den Rhein springen und nach Oberkassel durch den Rhein schwimmen, haben Sie eine gewisse Chance, dort anzukommen- aber auch eine ganz gute, zu ertrinken. Wesentlich sicherer ist es daher, die Oberkasseler Brücke zu benutzen. Auch hier wird es Ihnen niemand schriftlich geben, dass die Brücke nicht unter Ihnen einstürzt, wer weiß. Aber, unter uns: es ist sehr, sehr, unwahrscheinlich. Wie eben auch ein Schaden durch die Masernimpfung.

Was wir den Eltern, die in ehrlicher Sorge um ihr Kind noch mit der Masernimpfung zögern, sagen möchten:

  • Es gibt wissenschaftlich keinen Zweifel daran, dass diese viele Impfung Behinderungen und Todesfälle verhindert.
  • Es handelt sich nicht nur um eine individuell, sondern auch sozial wichtige Impfung: nur so können wir verhindern, dass Schwächere (z.B. noch ungeschützte Säuglinge) angesteckt werden. 
  • Bitte glauben Sie nicht den Unsinn, dass eine Masern - Infektion das Immunsystem stärkt. Das genaue Gegenteil ist der Fall.
  • Und, glauben Sie auch nicht den absoluten Blödsinn (finden Sie problemlos im Web), dass es das Masern - Virus nicht gibt. 

Noch Fragen? Sprechen Sie uns an !

Zecken - Impfung, gibt es das?

Raus mit der Zecke
Raus mit der Zecke !

Nein, natürlich nicht, keine Zecke der Welt lässt sich durch eine Impfung beeindrucken. Das geht höchstens durch sog. Repellentien, also insektenabwehrende Mittel auf der Haut. Dazu später mehr.

Aber, wenn eine Zecke dann doch gebissen hat, was kann passieren ? Nun, sie muss nicht, kann aber Krankheiten übertragen. Und zwei davon können durchaus gefährlich werden.

  • Die Borreliose. Die Krankheit können Zecken weltweit übertragen, also auch bei uns. Sie zeigt sichfast immer durch eine Hautrötung an der Bissstelle, welche sich nach etwa einer Woche immer weiter kreisförmig ausbreitet. Im späteren Stadium können dann mit oder ohne Fieber alle Organe des Körpers erkranken. Die schlechte Nachricht: eine wirksame Impfung hiergegen gibt es nach wie vor leider nicht. - Die gute Nachricht 1: wird die Zecke rasch, d.h. innerhalb von 12 Stunden entfernt, wird sie diese Bakterien nicht übertragen können. Die gute Nachricht 2: es gibt eine gute und wirksame antibiotische Therapie. - Sollten Sie also irgendwie den Verdacht auf eine solche Infektion haben, gehen Sie zu Ihrer Ärztin / Arzt.
  • Die Frühsommer - Meningoencephalitis (FSME). Die Verbreitung dieser Krankheit ist auf bestimmte Gebiete wie z.B. Bayern, Baden - Württemberg, Hessen, Österreich und Schweiz, Osteuropa und Schweden begrenzt. Achtung, im letzten Jahr wurden auch Fälle aus dem Emsland gemeldet. Die aktuelle Karte finden Sie auf der Seite des Robert-Koch-Institutes  - Es handelt sich um Viren, die sowohl die Hirnhäute als auch das Gehirn selber befallen können, also eine ernste Erkrankung. Auch hier eine schlechte Nachricht: diese Viren können von der Zecke schon kurz nach dem Biss übertragen werden. Auch hier eine gute Nachricht: es gibt eine gut wirksame Impfung dagegen. Was bitte nicht heißt, dass jede Familie, die mit dem Auto durch Bayern fährt, auch eine Impfung benötigt. Gerade Kleinkinder erkranken erfreulicherweise nur sehr selten schwer. Sollte Sie sich aber öfter in den genannten Gebieten aufhalten, sprechen Sie Ihren Arzt oder uns bitte an.

Noch ein Tipp zum Schluss: besorgen Sie sich für den Fall der Fälle zum Entfernen einer Zecke in Ihrer Apotheke eine Karte oder, besser noch, eine spezielle Pinzette. Kostet nicht viel und nimmt nicht viel Platz weg. Denn es ist besser, die Zecke früh und vielleicht etwas unperfekt herauszuholen (bleibt schon mal ein Beinchen drin), als einen halben Tag auf eine perfektere Entfernung in einer Ambulanz zu warten. Die Zecke dann nicht mit Öl o.Ä. beträufeln, sondern einfach herausziehen, rechts oder linksrum ist völlig egal. Hundebesitzer kennen sich hier übrigens bestens aus.

Ansonsten, fragen Sie unser Team. Und, in diesem Sinne: guten Start in den Frühling :)

Nicht immer bekannt - Alkohol + Schwangerschaft = tabu

Liebe Leser und Leserinnen,

ernstes Thema: in einer medizinischen Fachzeitschrift ist jetzt noch einmal ein Artikel erschienen, der sehr zu denken gibt: allein in Deutschland werden jedes Jahr 14.000 Babys mit dauerhaften Schäden geboren, weil die Mütter in der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben. Warum schreiben wir das hier? Weil die meisten Frauen leider gar nicht wissen, dass sich auch kleine Mengen Alkohol schon schädigend auf das Embryo auswirken. Sollten Sie andere (werdende) Mütter treffen oder kennen, geben Sie diese Information bitte weiter. Natürlich genehmigen wir uns fast alle immer mal wieder ein Schlückchen. Wir halten es aber für absolut verantwortungslos, dass die deutsche Alkoholindustrie sich weigert, auf Alkoholika generell einen Warnhinweis zu drucken. In anderen europäischen Ländern ist das Standard.

Die Allergien sind los !

Winter ade, komm Frühling, komm ! So fühlen wohl die meisten Menschen. Wer aber unter einer Pollenallergie leidet, erlebt das Erwachen der Natur mit gemischten Gefühlen. Nase zu, Augen rot, und bei Asthma - Kranken beginnen die Hustenanfälle. In unserem Zentrum hatten wir in den letzten beiden Wochen schon etliche große und kleine Patienten mit Allergien. In leichten Fällen kann man sich aber auch selbst helfen - wir geben hier mal ein paar Tipps zum Besten !

  • Meist äußert sich eine Pollenallergie an Augen und Nase, alles wird rot und läuft, man reibt sich, und alles wird nur noch schlimmer. Am schönsten wäre natürlich, man könnte die Allergene einfach meiden- das geht leider meist nicht. Was tun?
  • Die Methode mit der besten Wirkung und den geringsten Nebenwirkungen besteht darin, die allergischen Symptome an Ort und Stelle, d.h. mit Augen- und Nasentropfen zu behandeln. Welche? Präparate mit Cromoglicinsäure wirken nur langsam und bei regelmäßiger Anwendung, bei Kindern nicht so praktikabel. Deutlich schneller wirken Antihistaminika wie Azelastin und Levocabastin. Achtung, manche sind ab 1, manche erst ab 6 Jahren zugelassen.
  • Sollte das nicht reichen oder helfen, oder die Haut ist auch betroffen, kann man auch ein Antihistaminikum einnehmen, für Kinder und Jugendliche empfehlen wir Cetirizin oder Loratadin. Achtung, diese können Nebenwirkungen haben und zum Beispiel müde machen, und bitte nicht in den ersten beiden Lebensjahren anwenden. Manche sind auch erst ab 6 Jahren zugelassen. Fragen Sie uns oder den Apotheker oder lesen Sie den Beipackzettel.
  • Es gibt auch hochwirksame Cortison - Nasensprays; verwenden Sie diese aber nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt.
  • Bitte vereinbaren Sie mit Ihrem Kind / Jugendlichen bei uns oder Ihrem Arzt einen Termin, wenn:  > Die Medikamente nicht helfen  > Ihr Kind noch keine zwei Jahre alt ist   > die Atmung betroffen ist (Asthma ?!)  > Die Symptome länger als ein Jahr bestehen. 
  • Für Interessierte: es gibt vom HelmholtzZentrum münchen eine sehr gute und informative Webseite !

Noch Fragen ? Wir sind für euch da !